Geschichte des Vereins
50 Jahre Fußball in Hasselbach
Am 13. Juni 1949 hatten sich im Gasthaus zum Stern in Hasselbach 27 Sportfreunde zur Gründungsversammlung eingefunden. Man beschloss, den SV Hasselbach aus der Taufe zu heben.
Folgende Gründer wurden im Protokoll festgehalten:
Theo Müller, Fritz Müller, Heinz Müller, Alwin Fitz, Gerhard Metz, Oskar Staudigel, Fritz Weißenborn, Erwin Pfaff, Bernhard Engelmohr, Ernst Volland, Willi Sölzer.
Verstorbene Gründer:
Willi Müller, Walter Müller, Karl Engelmohr, Heinrich Hollstein, August Heiderich, Ludwig Volland, Walter Dietrich.
Ausgetretene Gründungsmitglieder:
Herbert Hesse, F. Amthauer, Paul Stranz, Karl Preßler, Karl Hohmann, Heinrich Schilbe, Rudi Schwab, Heinz Zciossek, Heinrich Manns.
Folgender Vorstand wurde gewählt:
1. Vorsitzender: Willi Müller, 2. Vors.: Oskar Staudigel, Schriftf.: Paul Stranz, Kassierer: August Heiderich, Sportwart : Oskar Staudigel, Mannschaftsführer: Fritz Weißenborn .
Aber nun will ich zunächst einmal auf die Vorgeschichte eingehen. Junge Leute fanden sich nach Feierabend auf dem Holzverladeplatz des Bahnhofes ein, um Fußball zu bolzen. Zwar war der Platz klein, aber das tat der Begeisterung keinen Abbruch. Zunächst wurde mit Gummibällen gespielt, aber schon bald war ein gebrauchter Fußball da, den ein findiger Kopf organisiert hatte. Manch heiße Fußballschlacht tobte bis in die Dunkelheit hinein. Fußballschuhe kannte bzw. hatte keiner. So war nach dem Spiel so manche Blessur zu verzeichnen.
Im ehemaligen "Gasthaus zum Stern" wurde so manches Mal eine Vereinsgründung diskutiert. Aber dabei blieb es vorerst auch. Im Frühjahr 1949 vereinbarte man mit dem damaligen FC Reichenbach, der in der B-Klasse Witzenhausen eine gute Rolle spielte, ein Freunschaftsspiel. Es ging zwar Mit 3 : 7 verloren, aber der Gegner bescheinigte, dass unsere Mannschaft für den Anfang sehr gut gespielt habe. Ein 2. Spiel gegen Retterode wurde abgeschlossen und diesmal glückte schon ein 2 : 2 Unentschieden. Kurze Zeit später spielte man gegen Hopfelde und verlor 0 : 3. Zu bemerken wäre, dass zu diesem Spiel mit Traktor und Gummiwagen gefahren wurde.
Sportplatz wurde errichtet ( 1949 )
Das größte Problem, ein Sportplatz, war noch nicht gelöst. Nach bangen Verhandlungen erklärte sich der künftige Vereinswirt Ludwig Volland bereit, seine Wiese am Dorfrand für 200,- DM Pacht zur Verfügung zu Stellen. Ein Gesuch wurde an die Gemeinde Hasselbach gerichtet, sich an der Platzpacht zu beteiligen. Sie genehmigte 100,- DM. Der Mitgliederbeitrag wurde auf 1,- DM festgesetzt. Die Aufnahmegebühr betrug 3,- DM . Zu damaliger Zeit war dies ein nicht geringer Betrag. Trikots, Bälle und manch anderes Gerät mußte angeschafft werden.
Aufstieg in die A – Klasse ( 1950 / 51 )
Durch einige gute Neuzugänge ( 3 Gebrüder Zöllner ) gelang unserer Mannschaft in der Serie 1950 / 51 der Gruppensieg in der Gruppe Süd. Im Aufstiegsspiel gegen den Nordgruppensieger Dohrenbach gelang auf eigenem Platz nur ein 1 : 1 Unentschieden. Aber im Rückspiel auf des Gegners Platz gelang ein großartiger 2 : 0 Sieg. Der Jubel war groß. Der Aufstieg in die A – Klasse – Gruppe 6 ( Eschwege - Witzenhausen ) war geschafft. Vater des Erfolges war unser damaliger Trainer und Ehrenmitglied Justus Schaar. Er verstand die Jungens zu begeistern, sein großes Können weiter zu geben und die Mannschaft immer richtig auf den Gegner einzustellen. Leider hatten wir einige gute Spieler verloren, so daß unsere Mannschaft sehr geschwächt in die A – Klassen Serie gehen mußte. Niederlage auf Niederlage mußte Hingenommen werden. Aber der gute Sportgeist half über manche herbe Enttäuschung hinweg. Hinzu kam, daß wir den Sportplatz verloren und die Heimspiele In Harmuthsachsen oder Waldkappel durchführen mußten.
Beginn des Sportplatzbaues ( 1952 )
Mit Hilfe von Totomitteln und Mitteln der Gemeinde wurde der Sportplatzbau in den Jahren 1952 / 53 durchgeführt. 4000 qm ³ Erde wurde bewegt. Zwar machte der Wettergott uns so manchen Strich durch die Rechnung, denn er bescherte uns in diesem Jahr einen regnerischen Herbst.
Einweihung des Sportplatzes ( 1954 )
Im Jahre 1954 rückte der sehnlichst erwünschte Zeitpunkt heran, an dem der Sportplatz seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Die Gemeinde stiftete aus diesem Anlass einen Wanderpokal, der 16 mal ausgespielt wurde und schließlich vom Tuspo Ihringshausen gewonnen wurde.
Auch Tischtennis wurde gespielt ( 1955 )
Ab 1955 wurde auch Tischtennis gespielt. Es begann sehr vielversprechend. Gestützt auf einige gute Kräfte ließ sich alles gut an. Es wurden Freundschaftstreffen mit damals gut renomierten Vereinen abgeschlossen und gute Ergebnisse erzielt. Leider schlief nach drei Jahren dieser Versuch wieder ein, da sich kein Übungsleiter fand. Es war ein guter Versuch, der leider mißlang.
Sportliche Begegnungen mit Mitteldeutschen Vereinen ( 1956 / 57 )
Das Jahr brachte uns die erste Begegnung mit der thüringischen Mannschaft Traktor Dachwig in Hasselbach. Das Spiel endete 3 : 3 Unentschieden. Dieser Verein vermittelte uns den Verein Traktor Döllstedt / Thür. . Im August 1956 trat unsere Mannschaft die 3 – tägige Fahrt mit der Bahn nach Döllstedt an. Nach einen herzlichen und großartigen Empfang von Gemeinde, Partei und Verein, fühlten wir uns bald wie zu Hause. Das Fußballspiel wurde von unserer Mannschaft mit 3 : 2 Toren gewonnen.
1957 hatten wir die Döllstedter in Hasselbach zu Gast. Dank eines Zuschusses durch den Bund konnten wir unseren Gästen einiges bieten. Das Rückspiel gewann unsere Mannschaft glatt mit 3 : 0 Toren. Eine kombinierte Mannschaft des SV Hasselbach trat am 2. Tag gegen den Gast an und verlor mit 3 : 6 Toren.
Pokalgewinn ( 1958 )
Unsere Mannschaft verzeichnete den ersten Pokalgewinn in seiner so jungen Vereinsgeschichte . In Harmuthsachsen wurde dieser Erfolg erzielt. Im Pokalturnier der Gemeinde Hasselbach wurde der 2. Platz errungen.
10 - jähriges Bestehen ( 1959 )
Jahre Fußball in Hasselbach ! Diese 10 Jahre sind eng verbunden mit unserem leider zu früh verstorbenen ehemaligen 1. Vorsitzenden und langjährigen Ehrenvorsitzenden WILLI MÜLLER .
Er war der Mann der 1. Stunde. Seine Persönlichkeit prägte den Verein. Aus gesundheitlichen Gründen übergab er 1959 die Führung an mich, seinen langjährigen engsten Mitarbeiter. Wegen seiner Verdienste wurde Willi Müller der Ehrenvorsitz angeboten. Auch in diesem Amt stand er dem Verein mit seiner Erfahrung stets zur Verfügung. Am 26.12.1965 verstarb Willi Müller ganz plötzlich. Der Verein nahm Abschied einem großen Idealisten und Freund des Fußballsportes.
Oskar Staudigel
Den Jungen zu Wissen – den Alten zur Erinnerung !
Als man mir die 10 Jahre Vereinsleben in Form loser Protokollblätter in die Hände drückte, mit der Bitte, über die Jahre 1969 – 1979 einen kurzen Bericht über den Verlauf des SV Hasselbach zu verfassen, war ich gar nicht begeistert. Nachdem ich aber dann ein paar Tage dahin ziehen ließ, hatte ich mich mit dem Auftrag so langsam angefreundet. War ich doch gerade während dieser Zeit auf dem sportlichen Höhepunkt meiner seit 1963 bis heute ( 36 Jahre ) andauernden fußballerischen Tätigkeit in unserem Verein.
Sonne und Regen
Zuerst die spielerische Seite :
Es hat schöne Erfolge gegeben, aber es sind auch Zeiten gewesen, die man sich besser gewünscht hätte!
Gleich zu Beginn meines Berichtzeitraumes im Zeitraffer ist das Jahr 1969. Unser 20 – jähriges Jubiläum galt es zu feiern. Hier war es mit dem Sportkameraden Peter Staudigel gelungen, durch einen Mitbegründer des großen Hamburger Sportvereins Franz Bunge ( ich hatte Ihn anläßlich eines Länderspieles im Jahre 1967 in Hamburg kennen gelernt ) , die I. Juniorenmannschaft des HSV zu verpflichten. Obwohl wir 1 : 5 verloren haben, war es für uns Spieler ein großes Erlebnis gegen eine Mannschaft dieses großen Vereins zu spielen.
Das Jahr 1970 stand im Zeichen zweier Begegnungen mit dem ESV Mühlheim / Ruhr. Die Spiele wurden mit 4 : 2 und 8 : 3 gewonnen. In 1971 verloren wir jedoch in Mühlheim mit 3 : 4 .
Auch unsere II. Mannschaft spielte einige Jahre eine gute Rolle in unserem Vereinsleben. Sie absolvierte ein großes Freundschaftsspielprogramm und die Spieler standen natürlich auch in den Serienspielen ihren Mann. Unsere Jugend spielte zu dieser Zeit zunächst mit Harmuthsachsen zusammen. Später kam noch Waldkappel hinzu ( Spielgemeinschaft W / H / H ) .
Im Jahr 1972 waren wir bei den Sportfreunden aus Anderten in Hannover zu Gast . Hier haben wir mit einer gemischten Mannschaft an einem Jubiläumsturnier anläßlich deren 50 – jährigen Vereinsbestehen teilgenommen. Am Ende haben wir gegen eine AH – Mannschaft von Hannover 96 mit den ehemaligen Bundesligaspielern Fischer und Rodekamp im Endspiel knapp verloren und sind damit 2. Turniersieger geworden.
Während dieser 10 Jahre meiner Berichterstattung haben wir mit verschiedenen Mannschaften aller Altersklassen gegen unsere Sportfreunde aus Anderten sowohl in Hasselbach als auch in Anderten gespielt und gemeinsam viele schöne Stunden, die ich keinesfalls missen möchte, verbracht. Danke an alle Sportfreunde aus Anderten !
Das Jahr 1974 sollte uns Höhen und Tiefen bringen !
Wir wollten in diesem Jahr unser 25 – jähriges Vereinsjubiläum feiern. Es war der Höhepunkt unserer bis dahin noch jungen Vereinsgeschichte.
Noch einmal war es mir gelungen die I. Mannschaft des Hamburger Sportvereins nach Hasselbach zu holen. Mit Spielern einer Stadtauswahl ( aus Wehretal, Waldkappel, Harmuthsachsen und Hasselbach ) stellten wir uns dieser Mannschaft in Waldkappel gegenüber und verloren leider knapp mit 3 : 2 . Für alle Spieler dieser zusammengestellten Truppe , besonders für die vom SV Hasselbach, war es mit Sicherheit ein weiteres sportliches Erlebnis wovon wir noch lange gezehrt haben.
Das Spiel gegen die AH – Mannschaft aus Anderten endete 3 : 3 und gegen Oberrieden verlor eine kombinierte Mannschaft 3 : 4 . Zum Festkommers konnte unser 1. Vorsitzende O. Staudigel viel Prominenz begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem SchirmHerren dieser Veranstaltung Herrn Staatsminister Karl Hempfler, dem Kreisbeigeordneten E. Hofsommer , dem Stadtrat der Stadt Waldkappel Herrn R. Iffert, Ehrenmitglied E. Kropf und J. Schaar, Kreisfußballwart des Kreises Witzenhausen Horst Hannich sowie Vertreter befreundeter Vereine und Verbände. Leider mußten wir in diesem Jahr durch Spielermangel unsere Selbständigkeit am Spielbetrieb im Kreis Witzenhausen aufgeben und mit unserem Nachbarverein Harmuthsachsen eine Spielgemeinschaft eingehen. Mit 3 Herrenmannschaften und 1 Jugendmannschaft haben wir dann am Spielbetrieb im Kreis Eschwege teilgenommen.
Hier haben wir am Anfang mit wechselnden Erfolgen an den Rundenspielen teilgenommen, mußten aber später durch Disziplinlosigkeit einiger Spieler auch gewaltige Rückschläge einstecken.
Das Jahr 1975 bringt uns einen Wechsel in der Vereinsführung. Hans Ganster übernimmt das Amt von O. Staudigel und dieser wird 1. Vorsitzender der Spielgemeinschaft H / H .
Im Jahr 1976 hatten wir die erste Begegnung mit unseren Freunden aus Bernadus Harzerswoude in Hasselbach. In einem tollen Spiel haben wir Bernadus mit 3 : 2 geschlagen. Seit diesem Spiel haben in Abständen Spiele beider Vereine im Wechsel stattgefunden.
1977 wurde unser langjähriger 1. Vorsitzende O. Staudigel auf Beschluß des Vorstandes zum Ehrenvorsitzenden des SV Hasselbach ernannt.
In 1979 sollte noch ein Fest gefeiert werden. Unser Verein bestand nun schon 30 Jahre.
Wir wußten auch dieses Fest zu feiern.
In einem Freundschaftsspiel trennten wir uns gegen die Sportfreunde Anderten mit 2 : 2
und die C – Jugend Harmuthsachsen / Hasselbach verlor gegen die C – Jugend aus Hess. – Lichtenau mit 2 : 4 . Beim Festkommers konnten wieder zahlreiche Ehrengäste anderer Verbände und Vereine begrüßt werden.
Zum Schluß meines Berichtes über den Spielbetrieb in den Jahren 1969 – 1979 möchte ich noch eines hinzufügen. Ich war von Anfang an – und das bis zum heutigen Tage gern ein Hasselbacher und habe unsere schwarz – gelben Vereinsfarben in all den Jahren in Würde getragen und vertreten.
Ein Dank sei aber auch den Spielern gesagt, die in dieser Zeit durch Aufstellungen in verschiedenen Auswahlmannschaften wie zum Beispiel die Teilnahme bei der Stadtaus wahl Waldkappel, bei den Spielen der Kreisauswahl Witzenhausen und Eschwege gegen Mannschaften wie KSV Baunatal, Bad Sooden Allendorf, Melsungen 08, KSV Hessen ,Amateure, CSC 03 Kassel, usw. auch mit dazu beigetragen haben, unseren Verein SV Hasselbach zu vertreten. Es hat sich bei diesen Berufungen größtenteil um solche gehandelt, die nicht allzu groß in die Fußballöffentlichkeit gedrungen sind, es aber für den betreffenden Spieler eine Freude festzustellen, das man auf ihn aufmerksam geworden war.
Schöne Tage sollten überwiegen – und sie tun es auch, doch auch an Zeiten von denen man sich mehr erhofft hatte, erinnern wir uns trotzdem gern.
Wolfgang Noack
1979 bis 1989 Jahre des Umbruchs
Im Jubiläumsjahr 1979 endete im Jugendbereich mit dem Ausscheiden von Waldkappel die erste der beiden aktuellen Spielgemeinschaften des Hasselbacher Sportvereins. Bereits zwei Jahre später wurde die SG Harmuthsachen/Hasselbach aufgelöst, die zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Seniorenmannschaft im Spielbetrieb stellen konnte.
Nach Absprache spielte Hasselbach in der Reserverunde und Harmuthsachsen in der B-Klasse Eschwege. Der Neubeginn war schwierig, der bestehende Spielerstamm reichte nicht aus. Spieler mussten reaktiviert werden bzw. als Neuzugang gewonnen werden. Mit Hans-Joachim Zeul stand ein engagierter Mannschaftsbetreuer zur Verfügung, der sich mit viel Initiative erfolgreich um den Neuaufbau bemühte.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl im Verein wuchs, die Aktivitäten wurden reger und der Verein ging gestärkt aus der Krise hervor. 1983 wurde mit dem Umbau des Spritzenhaus begonnen. Umkleideräume und Duschgelegenheiten wurden in Eigenleistung mit finanzieller Hilfe der Stadt Waldkappel geschaffen. In dieser Zeit entstand auch der heute legendäre Begriff ,,Suffstitz". Wie der Name schon sagt, wurden Kameradschaft und Geselligkeit intensiv gepflegt.
Der Verein entwickelte sich weiter. Neue Mitglieder konnten gewonnen werden, die finanzielle Basis verbesserte sich, weitere Baumaßnahmen schlossen sich an. Erinnert werden soll hier an den Parkplatzbau, die Errichtung eines Fangzaunes, der Um- und Anbau des Geräteschuppens, die Neuverlegung der Drainage, die Errichtung einer Turnierleitung, den Bau eines Spielplatzes und den Austausch der Fußballtore, allesamt am und auf dem Sportplatz.
Wichtiger für den Verein aber waren die stärkere Einbeziehung der passiven Mitglieder, der Ehefrauen und Freundinnen der Spieler und der Kinder der Vereinsmitglieder. Der Fußball stand zwar nach wie vor im Mittelpunkt, doch die Gestaltung des Umfeldes wurde immer weiter forciert. Die Früchte konnten dann erstmals 1988 mit der Gründung der Freizeitsparte und der Wiedergründung einer Jugendabteilung geerntet werden.
Wie bedeutend die neue Ausrichtung für den Vereins war, konnte dann erstmals 1987 festgestellt werden, als der Hessische Fußballverband die Reservemannschaften in Konkurrenz spielen ließ. Die Reserven der größeren Vereine wurden damit deutlich aufgewertet und spielten nun gleichklassig mit den kleinen Vereinen. Die Argumente für einen Spielerwechsel zu einem kleinen Verein waren um die Variante ,,sportlich verbessern" ärmer. Da die frühere Treue zum örtlichen Sportverein in dieser Zeit ihre Wirkung eingebüßt hatte, waren und sind Vereine wie der SV Hasselbach immer auch auf auswärtige Spieler angewiesen. Wenn aber die sportliche Begründung nicht mehr ausreicht, kann eine Bindung oder die Gewinnung eines Spielers nur durch die Rahmenbedingungen ,,neben" dem Fußball entschieden werden. Hiermit ist ausdrücklich keine Bezahlung mit gemeint. Spielbetrieb in Vereinen und Orten der Größenordnung Hasselbachs ist seit dieser Zeit nur noch möglich, wenn ein entsprechendes Umfeld vorhanden ist.
Die Spielserien 81/82 und 82/83 bestritt der SVH in der Reserverunde Eschwege und musste dann in der Serie 83/84 auf Beschluss des Fußballkreises mit einer jungen Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren in der B-Klasse Eschwege antreten. Nach Ende der Serie wurde der 14. Tabellenplatz belegt. In der Serie 84/85 belegte die Mannschaft einen guten 11. Platz, der in der nächsten Saison noch um einen Platz verbessert werden konnte.
In der Serie 86/87 konnte erstmals wieder eine 2. Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet werden, die einen ausgezeichneten 10. Platz erreichte. Durch Satzungsänderung musste unsere 1. Mannschaft als Vorletzter leider den Weg in die neugegründete C-Klasse gehen.
Nachdem der Abstieg des SVH 86/87 am grünen Tisch entschieden wurde, nahm der Verein diese Chance aufgrund eines Satzungsfehlers des Hessischen Fußballverbandes auch wahr und ,,bestrafte" den Verband trotz eines nur 5. Tabellenplatzes mit dem Wiederaufstieg. Die 2. Mannschaft konnte nicht an die Erfolge des Vorjahres anschließen und belegte nur den vorletzten Platz.
Leider musste in der nächsten Serie wieder Abschied aus der B-Klasse genommen werden.
In diesen 10 Jahren wurden auch die bestehenden Freundschaften mit unseren Freunden in Hazerswoude, Anderten und Brochthausen gepflegt und ausgebaut. Erinnern will ich an das große Freundschaftstreffen 1986 in Hasselbach, dass eindrucksvoll in Erinnerung bleiben wird. Und unvergessen wird auch das Fest zum 40-jährigen Jubiläum des Sportvereins 1989 bleiben.
All die anderen Veranstaltungen, die neu oder in geänderter Verfassung stattgefunden haben, wie Dorffeste, Wintervergnügen, Kindervergnügen, Fahrten usw. sollen hier nicht weiter verfolgt werden.
Bleibt zu hoffen, dass der Verein auch weiterhin Zeitströmungen erkennt, analysiert und umsetzt, dann werden wir noch viele erfolgreiche Jahre des SV Hasselbach erleben.
Günter Mengel
Rückblick des SV Hasselbach 1949 e. V.
1988-1999
Anbei darf ich Karl- Bernhard Wennemuth, zur Zeit 1. Vorsitzender des SV Hasselbach, die vergangenen 10 Jahre Geschichte unseres Vereins aufarbeiten.
Ich möchte diese Jahre aus meiner heutigen Sicht und eigener Meinung beleuchten. Auch darf ich mich für die gute Zusammenarbeit sei es mit der Freizeitsparte, den Seniorenspielern, den Vorstandsmitgliedern, der Jugendabteilung und allen sonstigen Vereinsmitgliedern bedanken. 1989 feierte der SV Hasselbach sein 40 jähriges Bestehen. Das Fest war ein großer Erfolg. Aber auch ein Wermutstropfen kam, bei unserer Jahreshauptversammlung 1989 hinzu.
Es konnte kein 1. Vorsitzender gefunden werden.
Hierzu bedurfte es erst einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, bei der schließlich der alte 1. Vorsitzende, der neue 1. Vorsitzende wurde, Horst Dippel.
Leider standen uns ein Jahr später schon wieder Vorstandswahlen ins Haus. Der gesamte engere Vorstand war zurückgetreten. Ein neuer 1. Vorsitzender Günter Mengel und 2. Vorsitzender Joachim Zeul leiteten fortan die Vereinsgeschicke, allerdings auch nur ein Jahr bis 1991. Wieder war der Vorstand zurückgetreten.
Auf der Jahreshauptversammlung wurde wieder kein 1. Vorsitzender gefunden. Es bedurfte zwei weiterer Versammlungen bis sich ein Vereinsmitglied, unser allseits geschätzter Sportkamerad Hans Ganster bereit fand .
Er stand dem Verein volle zwei Jahre mit mir als 2. Vorsitzenden zur Verfügung. Ab 1993 stehe ich nun als 1. Vorsitzender, Horst Dippel als 2. Vorsitzender und ab 1995 nach Satzungsänderung Ottomar Mühlhausen als 3. Vorsitzender dem Verein vor.
Auch im Jugendbereich wurde in den letzten 10 Jahren dank eines Kindersegens in Hasselbach, wieder intensiver gearbeitet.
So wurde 1989 eine JSG mit Hopfelde Hollstein gegründet, man meldete eine D,-E- und F Jugend.
1991 kam mit der SG Meißner und VFB Rommerode zwei weitere Vereine hinzu. Es wurde die JSG Meißner- Rommerode - Hasselbach gegründet.
1993 verließ der SV Hasselbach die JSG und gründete mit dem TSV Waldkappel, der SG Schemmergrund und dem SVF Harmuthsachsen, die heute noch bestehende JSG Waldkappel.
Auch wechselten die Jugendleiter häufig, über Günter Mengel, Wolfgang Noack, Volker Umbach
und ab 1993 Karin Mühlhausen. Die einzigen Vorstandsposten die über diesen Zeitraum stabil blieben, waren die des Kassierers Peter Zschaler und Schriftführers Rainer Schaar.
Auch unsere neu gegründete Freizeitsparte bestimmte immer mehr im positiven Sinne unser ein bisschen eingestaubtes Vereinsleben.
Von damals 9 Frauen stieg die Mitgliederzahl auf heute 31 an.
Auch Baumaßnahmen wurden zum Teil mit der Stadtverwaltung und vielen freiwilligen Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder durchgeführt.
So konnte 1989 ein Ballfangzaun auf unseren Sportplatz fertiggestellt werden. 1991 wurde unser neues Vereinsheim zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Hasselbach eingeweiht.
1994 sanierte die Stadt Waldkappel unseren Waldsportplatz und in Eigenleistung wurde der hiesige Festplatz zum Trainings- und Bolzplatz umgebaut.
Im Jahr 1997 stellte uns die Stadt Waldkappel einen Aufsitzmäher zu Verfügung. Die Pflege des Sport- und Trainingsplatzes wurde ab Dato selbst durchgeführt.
Auch im sportlichen Bereich gab es Höhen und Tiefen.
Man stieg von der Kreisklasse B in die Kreisklasse C ab und wieder auf in die Kreisklasse B, wieder ab in die Kreisklasse C und seit der Serie 96/97 spielen wir wieder in der Kreisklasse B. 1997 /1998 konnte sogar wieder eine 2. Mannschaft gemeldet werden.
Auch der Umgang mit unseren befreundeten Vereinen ist recht positiv. 1989 wurde unsere Freundschaft mit Döllstädt , nach der Grenzöffnung wieder aufgenommen. Bei der ersten Fahrt nach Döllstädt fuhren so viele Vereinsmitglieder mit , daß ein großer Bus nicht ausreichte. Dagegen mußte eine Fahrt nach Holland mangels Beteiligung abgesagt werden.
Dank persönlichen Einsatzes von Vorstandsmitgliedern wurde dieselbiege an einem späteren Termin nachgeholt.
Mit Hannover Anderten verbinden uns alle Freundschaften und im Moment eine starke Jugendarbeit.
Auch Brochthausen möchte ich hier erwähnen, es gab und gibt hoffentlich wieder viele Sport- und kameradschaftliche Begegnungen.
Auch ein besonders tragischer Todesfall ist zu beklagen.
1990 starb unser Sportkamerad Jürgen Mai während eines Fußballspieles auf dem Sportplatz in Döllstädt.
Wir werden ihn nie vergessen.
Entscheidende Eckpunkte in der Vereinsgeschichte des SV Hasselbach 1949 e. V.
der letzten 10 Jahre möchte ich hier noch einmal herauskristallisieren.
Gründung der Freizeitsparte
Der Bau unseres Vereinsheims
Neufassung unserer Satzung
Die sehr gute Jugendarbeit der letzten 10 Jahre
Das Vertrauen der Seniorenspieler zu unserem Verein und unsere Kameradschaft.
Ich darf unserem Sportverein alles erdenklich Gute für die Zukunft wünschen
Karl-Bernhard Wennemuth
1. Vorsitzender
