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Die Geschichte des Merseburger Traditionsvereins

Die Gründungsjahre 1899–1920

Es war am 23. August 1899, als vierzehn junge Merseburger im damaligen "Thüringer Hof" den "Spielverein Merseburg" als ersten Ballspielverein der Stadt Merseburg gründeten. Da die Spielbewegung von den Behörden gefördert wurde, fand auch der neugegründete Verein allseitige Unterstützung. Er erhielt die Genehmigung, für die Abhaltung seiner Übungsstunden den Nulandtplatz zu benutzen. Ein Jahr später, am 13. 6. 1900, beschlossen die Mitglieder, den Namen "Hohenzollern" als Vereinsbezeichnung anzunehmen.

Auf dem Nulandtplatz entfaltete sich ein reger Spielbetrieb. Bis zu viermal wöchentlich trafen sich dort die Vereinsmitglieder und führten alle Arten von Wettspielen und volkstümlichen Übungen durch. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dabei das Fußballspiel zum Lieblingsspiel der Merseburger Jugendlichen. Diese Vorliebe führte im Jahre 1901 dazu, dass sich der Verein jetzt "Ballspielverein Hohenzollern" nannte. Die anderen Spiele traten in den Hintergrund. Am Anfang spielten die Vereinsmitglieder nur unter sich. Dazu reichte die Spielfläche des Nulandtplatzes aus. Um Spiele gegen andere Mannschaften auszutragen, "wechselte" man auf den Exerzierplatz (im Südwesten Merseburgs). Das erste reguläre Wettspiel fand im Mai 1900 gegen den Sportklub in Naumburg statt und die Freude war groß, als die Hohenzollern gleich mit einem 2:0-Sieg heimkehrten. Das erste Tor überhaupt für die damals Blaugelben erzielte Kurt Pitzschker als Mittelstürmer. Das Rückspiel gegen Naumburg war zugleich das erste in Merseburg ausgetragene Spiel.

In der Folgezeit trug der Verein weitere Vergleichskämpfe gegen Mannschaften aus Halle, Weißenfels, Leipzig u.a. aus. Nach dem Beitritt zu dem im Jahre 1900 entstandenen Deutschen Fußballbund wurde der regelmäßige Spielbetrieb aufgenommen. Der Verein gehörte dem Verband Mitteldeutscher Ballspielvereine an. Die weitere Entwicklung des Fußballsports führte dazu, dass sich immer mehr Jugendliche und auch Erwachsene dem Verein anschlossen. Neben der ersten Mannschaft entstanden weitere Mannschaften, die ebenfalls den Wettspielbetrieb aufnahmen. Fußball entwickelte sich bald zur publikumswirksamsten Sportart überhaupt.

Das Schiedsrichterwesen steckte natürlich noch arg in den Anfängerschuhen. So wurde grundsätzlich von der Mittellinie gepfiffen. Bei Regenwetter trug der Unparteiische selbstverständlich einen Regenschirm, damit er und das aufgeschlagene Regelbuch nicht nass wurden. Und man vertrug sich trotzdem! Alle Entscheidungen wurden widerspruchslos respektiert.

Von jeher war das Vereinsleben wichtig und harmonisch abgestimmt. Jeden Mittwoch war Vereinsabend (auch "Hipp, Hipp, Hurra" genannt) im "Thüringer Hof". Dort wurde stundenlang Skat gespielt und so manches Fass Bier geleert.

Die 10er und 20er Jahre

Das freudige Sportschaffen wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges unterbrochen. Der Sportbetrieb des Vereins musste 1914/15 vollständig eingestellt werden. Erst Mitte 1915 wurde mit großen Mühen aus einem Stamm junger Leute der Sportbetrieb wieder aufgenommen. Die neu gebildete Fußballmannschaft erreichte einen glänzenden 2. Platz bei ihrem ersten Anlauf (in der 2. Klasse der Saalegau-Liga). In einer ersten Mitgliederversammlung nach dem Krieg wurden die Lücken, die der blutige Krieg dem Sportverein zufügte, festgestellt: 37 der Besten waren gefallen. Ihnen zu Ehren wurde zur Einweihung des ersten 99er Sportplatzes (im Herbst 1921) am Haupteingang des Sportplatzes ein Ehrenmal gesetzt. Mit eiserner Energie wurde nach Kriegsende der Neuaufbau des Vereins betrieben. Folgerichtig stellte sich dann in den Jahren 1919 bis 1924 eine Erfolgskette aller im Verein betrieben Sportarten ein, die für den weiteren Aufstieg des Vereins von grundlegender Bedeutung war. Ein äußerst wichtiges Ereignis für unseren Verein bildete die Verwirklichung unseres Lieblingswunsches, eine eigene Sportplatzanlage zu besitzen. Auf dem Nulandt- und Exerzierplatz war der Verein immer heimatlos (inzwischen spielten dort zwei weitere Merseburger Sportvereine : "Ballspielclub Preußen" und "VfB Merseburg"). Im Februar 1921 beschloss die Generalversammlung, den Namen "Sportverein von 1899" zu führen. So erreichte man das Wohlwollen der Merseburger Stadtbehörde und erhielt pachtweise das herrliche Gelände an der nördlichen Stadtgrenze (Hohendorfer Marke) zum Bau eines Sportplatzes. Unter großen Anstrengungen gelang ein viel beneideter Bau mit Fußballfeld, Aschenlaufbahn und einem gemütlichen Vereinshaus. Die Einweihungsfeier fand am 6. November 1921 statt.

Im Jahre 1922 entstand auf vielfachem Wunsch eine Damenabteilung, die im Handball sogar bald Meisterehren nach Hause brachte.

Ein weiteres großes Ereignis brachte uns 1923 der heißersehnte Aufstieg der Fußballer in die Saalegau-Liga. Dreimal hintereinander war unsere wackere 1. Mannschaft Gaumeister der 1b-Klasse geworden, 1921 errang sie sogar die Kreismeisterschaft des Saalekreises. Diese großen Erfolge erkannte man durch Zuteilung zur Gauliga am 23. Juni 1923 an.

Im Jahre 1924 zählte der "Sportverein von 1899" 600 Mitglieder und war somit eine feste Größe im Merseburger Sportleben.

Etwas später, 1925, als die Tennisplätze fertiggestellt waren, entstand eine blühende Tennisabteilung.

Im Jahre 1928 kam es für unsere 99er zu zwei Höhepunkten: im April besiegte man in einem Freundschaftsspiel die Mannschaft des berühmten "Müller-Sepp" vom 1. Würzburger Fußballverein vor 2000 Zuschauern mit 5:3. Nur zwei Monate später gastierte der zweifache Deutsche Meister und mehrfache Pokalmeister Süddeutschlands- die Spielvereinigung Fürth - in Merseburg. Zwar ging das Spiel mit 2:5 verloren, dennoch wurde die Leistung der Merseburger 99er von der Presse in höchsten Tönen gelobt: "Süddeutsche, kommt als Sportler nach Mitteldeutschland und kehrt in Merseburg ein!" und "Merseburg 99 wird in Süddeutschland manchem Verein einen schweren Gegner abgeben ...".

Der zweite Weltkrieg (die 30er und 40er Jahre)

Von den 30er und 40er Jahren gibt es nur relativ wenig überliefertes Material, das den sportlichen Werdegang des Vereins charakterisiert. Durch persönliches Erleben des Sportfreundes Leo Kwias, der 1937 dem Verein beitrat und derzeit das älteste Mitglied der 99er ist, wissen wir, dass es während der Nazi-Zeit bis zum 2. Weltkrieg einen regen Spielbetrieb gab.

Die erste Mannschaft spielte damals in der Gauliga, die zu dieser Zeit die höchste deutsche Spielklasse darstellte. Die beste Platzierung wurde 1937/38 erreicht (3. Platz)

Dazwischen gab es auch einen "Tiefpunkt" - nach dem Spieljahr 1934/35 blieb nur der letzte Platz und damit der Abstieg aus der Gauliga. Doch im folgenden Spieljahr gelang der sofortige Wiederaufstieg und danach gleich der oben genannte 3. Platz.

In diesem so erfolgreichen Jahr 1938 wurde von Walter Eckardt ein Vereinsliederbuch herausgegeben, das u.a. das Lied "99er Bekenntnis" beinhaltet, aus dem hervorgeht, dass zu diesem Zeitpunkt die Vereinsfarben traditionell blau-gelb-blau waren.

Im Jahr 1940 stieg man zum zweiten Mal aus dem "Oberhaus" Gauliga ab und damit auch für die gesamte Kriegszeit bzw. für immer.

In der Schlussphase dieses Spieljahres war der Spielbetrieb schon stark durch den tobenden 2. Weltkrieg beeinflusst. Während der Kriegsjahre wurden auf unserem Sportplatz vor allem Sportfeste mit Kriegsgefangenen, die in BUNA Zwangsarbeit verrichteten, durchgeführt. Die Sieger der verschiedenen Disziplinen wurden in der damaligen Buna-Betriebszeitung nur mit ihrer Häftlingsnummer genannt.

Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg

In den ersten Nachkriegsjahren bis 1948 spielte der Verein unter der Bezeichnung "Merseburg Nord" zwar ohne Punktspielbetrieb, jedoch mit dem Ehrgeiz, den Fußball wieder zu beleben.

Wie schwer die materielle Situation zu dieser Zeit war, belegt ein Erlebnisbericht von dem damaligen Mitglied Karl-Heinz Gebhardt: In der 1. Mannschaft spielte ein Pferdeschlächter. Dieser spendierte etliche Kilo eines solchen Vierbeiners, die dann in Großkayna in Briketts "verwandelt" wurden. Die Kohle ging dann an die Strickwerke Apolda, die als Gegenleistung heißersehnte Dresse anfertigten. Fußballschuhe kosteten ein kleines Vermögen (29,50 Mark).

Schnell erreichte man sportliche Erfolge. Im Herbst 1951 fand sich unsere Bezirksklassemannschaft nach vorhergegangenen Pokalsiegen gegen Chemie Jena (7:3) und Chemie Lauscha (3:2) plötzlich im Endspiel des Chemie-Pokals gegen den damaligen DDR-Meister Chemie Leipzig wieder. Und unsere Männer unter Trainer Kurt Bach wuchsen über sich hinaus und schlugen Chemie Leipzig klar mit 4:1 (vor 12.000 Zuschauern im Halleschen Kurt-Wabbel-Stadion). Schon ein Jahr später gelang dann der Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse, die Bezirksliga Halle. In dieser Klasse etablierten sich die "Bunesen" dann in den gesamten 50er Jahren.

weitere Höhepunkte:

  • 1955 : 5-1 Sieg im Freundschaftsspiel gegen Dynamo Dresden (vor 3.500 Zuschauern)
  • 1956 : unsere Jugendmannschaft (Altersklasse 14/15) erreicht Endspiel des FDJ-Pokals der DDR und verliert in Jena gegen die hochfavorisierten Jungen von Vorwärts Berlin mit 3:5
  • 1958 : Chemie Buna Schkopau wird zum ersten Male FDGB-Pokal-Sieger im Bezirk Halle
Die 60er Jahre

Die 60er Jahre können insgesamt als Jahre der Stabilisierung und langsamen, aber stetigen Vorwärtsentwicklung betrachtet werden.

Die wichtigsten Erfolge:
  • 1963/64 Bezirksmeister Halle (nach Sieg im Entscheidungsspiel gegen Motor Köthen) Aufstieg in Ausscheidungsrunde zur DDR-Liga nicht geschafft
  • 1964/65 Wiederum Bezirksmeister Halle (nach Siegen gegen Gräfenhainichen) Aufstieg in den Aufstiegsrunden geschafft und damit erstmals in der DDR-Liga
  • 1965/66 Wiederabstieg in die Bezirksklasse nach einem drittletzten Platz in der DDR-Liga
  • 1966-1968 jeweils 3. Platz in der Bezirksliga
  • 1968/69 2. Platz in der Bezirksliga

Am 20.7.1969 kam es zum "Spiel des Jahres" gegen die DDR-Nationalmannschaft. Es waren die ganz Großen des DDR-Fußballs, die den Rasen auf dem Bunasportplatz betraten, und die Dresse der Nationalmannschaft unseres Landes trugen. "Buna ohne Chance!", "Das verlieren wir zweistellig!", so und ähnlich waren die Prophezeiungen der Fans, aber dann bot Buna gegen die Fräßdorfs, Urbanczyks, Branschs, Sparwassers, Frenzel, Dörner u.a. alles andere als eine zweitklassige Partie. Dass es am Ende 4:0 für die Nationalelf hieß, störte niemanden, denn unsere Männer boten eine großartige Leistung.

Die 70er Jahre

Wovon man in den Anfangsjahren nur träumte, wozu in den 60er Jahren der Grundstein gelegt wurde, in den 70ern wurde die Position gefestigt, und seit dem erneuten Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse 1973/74 spielte unsere "Erste" stets in der DDR-Liga.

Zuvor wurde man in den Jahren 1969/70 und 1970/71 schon Bezirksmeister. Im ersten Anlauf war in den Aufsteigsspielen Endstation, im zweiten machten es die Bunesen dann besser. Jedoch folgte auch gleich wieder der direkte Wiederabstieg.
Doch so schnell wie sich aus der DDR-Liga verabschiedet wurde, so kam man auch wieder in diese und blieb dort bis 1980/81.

Ansonsten zeigte die 1. Männermannschaft von 1973/74 bis 1979/80 stabile Leistungen in der DDR-Liga (u.a. 2x Platz 3, 2x Platz 4).

(Bild: Der FDGB-Bezirkspokal geht nach fünfmaligem Gewinn in "Bunas" Besitz über. von links : K.-H. Zücker, J. Habekuß, L. Schaaf.)

Die 80`er Jahre - ein Jahr in der DDR Oberliga

Weil die damalige Platzanlage nicht mehr den Oberliga-Ansprüchen genügte, wurde das Stadion innerhalb weniger Monate (völlig "außerplanmäßig") zum "Stadion der Chemiearbeiter" (jetzt "Stadtstadion Merseburg") ausgebaut (Fassungsvermögen 12000 Zuschauer, dazu Sozial- und Umkleidetrakt, Trainings- und Hartplatz mit Lichtanlage).

Das Oberliga-Jahr 1981/82

Das erste Spiel in der Oberliga gegen Aue (die ihr 30. Jahr ständiger Oberligazugehörigkeit begannen) startete hoffnungsvoll: 1:0 zur Pause, am Ende eine 2:4 Niederlage und die Erkenntnis, dass man "fast mithalten konnte". Das zweite Spiel gegen Mitaufsteiger Cottbus wurde zu Hause vor 7000 Zuschauern mit 3:1 gewonnen. Ja, ja ... es fing ganz gut an. Nach dem 2. Spieltag stand man sogar auf Platz 5 in der Tabelle der Oberliga. Im dritten Spiel wurden die "Bunesen" von Dynamo Dresden regelrecht vorgeführt (1:10 Niederlage). Von diesem Debakel erholten sich die Mannschaft nicht wieder. Am Ende der Saison konnte man 3 Siege und 5 Unentschieden (insgesamt 11 Punkte) verbuchen.


Oberligaaufsteiger 1981:
stehend v. links : Trainer Olaf Keller, Assistent Wolfgang Hammer, Mannschaftsarzt Waldemar Köppe, Gerd Koßmann, Helmut Brandtner, Frank Kuhnt, Reinhard Radsch, Ralf Pretzsch, Andreas Meyer, Günter Krosse, Günter Koselewski, Betreuer Jürgen Merk, Mannschaftsleiter Jürgen Naumann ; kniend v. links : Roland Demmer, Rainer Langer, Frank-Peter Rosenbusch, Ingo Zänker, Jochen Habekuß, Ralf Blaudschun, Roland Nowotny, Herbert Skowronek (es fehlen : Rainer Wallek, Stephanus Immig)

  • 1982 / 83: 3. Platz (von 12) in der Staffel C.; Zuschauerschnitt: 7550
  • 1983 / 84: 6. Platz (von 12) in der Staffel C.; Zuschauerschnitt: 1518; Mit dieser Platzierung sind die Bunesen damals knapp dem Abstieg entronnen, denn wegen der Reduzierung der 5 Staffeln auf nur noch 2, stiegen 6 Mannschaften ab (Platz 7-12).
  • 1984 / 85: 13. Platz (von 18) mit 29:39 Punkten in der Staffel A (Nord). Zuschauerschnitt: 1518
  • 1985 / 86: 11. Platz (von 18) mit 32:36 Punkten in der Staffel B (Süd). Im selben Jahr wurde die B-Jugend des Vereins Rekord-Kreismeister, mit 44:0 Punkten und 160:6 Toren !!! (Bester Torschütze war damals Steffen Kaiser mit 44 Treffern) Alle Nachwuchsmannschaften (außer der B-Jugend) spielten in der jeweils höchsten Spielklasse.
  • 1986 / 87: 7. Platz (von 18) mit 36:32 Punkten in der Staffel B (Süd). Zur Halbserie war man noch 2. hinter dem HFC, die letztendlich auch aufgstiegen.
  • 1987 / 88: 7. Platz (von 18) mit 39:29 Punkten in der Staffel B (Süd).
  • 1988 / 89: 12. Platz (von 18) mit 32:36 Punkten in der Staffel B (Süd).
Die 90er Jahre bis heute

Nach der Öffnung der DDR-Grenzen (November 1989) setzte auch eine starke Fluktuation bei den Spielern unseres Vereins ein. Unser Verein hat es besonders stark betroffen, da nahezu alle Spieler, Trainer und Funktionäre im Buna-Werk beschäftigt waren, dessen weiteres Bestehen zu diesem Zeitpunkt völlig ungewiss war. Viele Spieler (u.a. Meichsner, Wagner, Hoffmann, Heinrich, Schübbe) suchten "ihr Glück" im Westen.

Per 01.08.90 wurde der Verein als SV Buna-Schkopau e.V. neu formiert. Als Abteilung Fußball nahmen wir mit acht Nachwuchs- und vier Männermannschaften den Spielbetrieb 1990/91 auf. Aus finanziellen Gründen wurde jedoch die 1. Mannschaft aus der DDR-Liga zurückgezogen und der Spielbetrieb in der neu gebildeten Landesliga Sachsen-Anhalt aufgenommen. Nur ein Jahr später gelang bereits im ersten Anlauf der Aufstieg in die Amateuroberliga NOFV-Süd als Landesmeister Sachsen-Anhalts.


Aufsteiger in die Amateur-Oberliga 1990/91:
hintere Reihe v. links : Mannschaftsleiter Rudolf Jacobs, Uwe Zorn, Renè Köhler, Torsten Gießner, Sven Schölzel, Torsten Senff, Mario Eichmann, Kapitän Holger Krostitz, Jörg Emmerich, Trainer Rainer Lisiewicz; vordere Reihe v. links : Michael Uhlig, Steffen Kaiser, Andreas Krüger, Ralf Gottschalk, Yves Tschernitschek, Axel Gräser, Peter Thomas, Thomas Nowak (es fehlen : Silvio Meißner, Raik Overbeck, Sven Stolze, Uwe Böhme)

Nachdem die Buna-Werke 1991 die finanzielle Unterstützung ganz eingestellt hatten, löste sich die Abteilung Fußball aus dem SV Buna-Schkopau heraus und gründete in einer Mitgliederversammlung am 07.02.91 neu den "SV Merseburg 99 e.V.". Acht Mannschaften, 240 Mitglieder, Vorsitzender : Karl-Heinz Zücker. Weitere Gründungsmitglieder : Leo Kwias, Heiko Weber, Manfred Fülle, Gerd Koßmann, Rudi Jacobs, Dieter Braasch.

Die über Jahre gehegten Hoffnungen auf einen neuen Hauptsponsor Buna-Werke blieben unerfüllt - das "sportliche Loch", das die "Wende" riss, konnte mit Spielereinkäufen nicht gestoppt werden, da das dafür nötige Sponsorengeld fehlte.

Dafür sorgten der Nachwuchs für Furore. Die A-Junioren schafften in der Saison 1990/91 den bisher größten Erfolg im Nachwuchsbereich. Sie schlugen den Fußballclubs aus Sachsen-Anhalt ein Schnippchen und wurden Landesmeister. Nach erfolgreicher Relegationsrunde gewann man im Finale gegen Victoria Frankfurt mit 6:4 n.V. sogar den Titel des Nordostdeutschen Fußballmeisters. Großen Anteil daran hatten die Übungsleiter Alfred Storbeck und Harald Zenker.

Ein Jahr nach dem Aufstieg in die Oberliga ging es für die Erste nach einem 17. Platz aber gleich wieder in die Verbandsliga (mit Sömmerda, Suhl und Plauen). Es war eine miese Saison mit nur 3 Auswärtssiegen (Zeulenroda 2:0, Borna 3:0, Plauen 4:0) und 3 Heimsiegen (Zeulenroda 1:0, Chemnitzer SV 4:2, Plauen 3:0). Wieder gab es einige Spielerabgänge zu verzeichnen, Uwe Zorn und Silvio Meißner gingen zum HFC und Sven Scholze und Marko Zenau verließen ebenfalls den Verein (wohin war nicht bekannt).

1992 / 93 wurde die Erste Landesmeister der Landesliga Sachsen-Anhalt mit 50:10 Punkten vor dem VfL Halle 96 (37:23 Punkte) (gerade mal zwei Niederlagen in der gesamten Saison - gegen Oschersleben 2 mal mit 1:0).
Dadurch war man wiederum Aufsteiger in die Amateuroberliga NOFV-Mitte
Am 16.6.1993 gab es ein Testspiel unserer Ersten gegen das "Uwe-Seeler-ADIDAS-Team", Endstand war hierbei 3:3.

1993 / 94: 15. Platz (von 16) in der Oberliga-Klassenerhalt (Absteiger Frohnau). Die ersten 6 der Staffel kamen in die Regionalliga-Nordost, der Rest in die "NOFV Oberliga Süd".
Am 5.6.1994 kam Eintracht Frankfurt zu einem Testspiel nach Merseburg (Endstand 1:4).

1994/ 95: In der Oberliga belegte der SV 99 am Ende den 14. Platz von 16 Mannschaften mit 24:36 Punkten. Damit wäre man eigentlich mit dem 1.FC Aschersleben und dem HFC abgestiegen, doch es gab eine Lücke in der Abstiegsregelung und auf Beschwerde des Vereins wurden noch einmal Relegationsspiele gegen den 14. der Staffel Nord (FC Neubrandenburg) ausgetragen. Das Hinspiel dort wurde verloren, das Rückspiel gewonnen. Im Elfmeterschießen waren wir Sieger und blieben in der Oberliga... Und wieder verließen einige namhafte Spieler den Verein. Bartel ging zum HFC, Zentrich zum 1.FC Magdeburg,...Zugang gab es aus der eigenen Jugend, von RW Erfurt (Pennecke) und vom HFC (Rühl). Viele neue Spieler konnte man sich nicht leisten, da die Sponsoren fehlten.

1995 / 96: 14. Platz (von 16) in der NOFV-Oberliga Süd und damit Abstieg in die Verbandsliga Sachsen-Anhalt. Weiterhin starke Spielerabgänge (z.B. Eichmann, Emmerich, Penneke, Relius u.a.)

1996 / 97: Verbandsliga Sachsen Anhalt, 12. Platz (von 18), (der VfB Merseburg stieg ab). Kurz vor Saisonende gab Trainer Jochen Habekuß als Trainer auf, als die Mannschaft in Abstiegsgefahr war. Rudi Jacobs und Alfred Storbeck übernahmen die Mannschaft und sicherten den Klassenerhalt.

1997 / 98: 7. Platz (von 17) in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt

1998 / 99: Der Vorstand wurde umstrukturiert. So gab es nun einen Geschäftsführer, eine Schatzmeisterin ... Es wurde auch ein neuer Sponsor gefunden ("Lauchstädter Heilbrunnen"). Mit diesen Veränderungen fasste man das sportliche Ziel Oberliga mittefristig wieder ins Auge. Doch vor der Saison verließen uns wieder einige Spieler (M. und T. Kautzsch, Skowronek, Hecht). Als neue Spieler konnten nur Marko Taft und Stephan Dietze präsentiert werden. Dazu kam es, dass es in dieser Saison viele Langzeitverletzte gab, und so landete man am Ende enttäuschend auf den letzten Platz mit 13 Punkten und nicht einen Heimsieg in der ganzen Saison und überhaupt nur mit 2 Siegen !!!

Am 23. August 1999 feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen !!!

2000 / 01: Ein Jahr später hatte man das selbe Ziel. Mit einer spielerisch eigentlich guten Mannschaft (man konnte sich sehr gut verstärken) verlor man aber gleich das erste Spiel gegen den Verein aus Merseburg West mit 1:2 und belegte am Ende nur Rang 4 (Aufsteiger war leider der andere Merseburger Verein).

Kader 20022002/03: Die Zielstellung der Saison lautete "oberes Mittelfeld" und "besser als im Vorjahr abschneiden". Mit den Verstärkungen Punde und Kraneis, die den Verlust von Alexander Immig kompensieren sollten, der zum SV Braunsbedra ging, war dieses Vorhaben eigentlich mehr als realistisch. Doch es kam alles anders. Lag man in der Hinrunde noch im Mittelfels, so ging es in der Rückrunde nur noch bergab. Zwischenzeitlich hatten unsere 99`er schon 5 Punnkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz! Gründe dafür waren Verletzungspech, sinnlose rote bzw. gelb- rote Karten ... So musste man schon wieder absteigen - in die Landesklasse ...